Nachdenkenswertes

Aphorismen verschiedener Persönlichkeiten


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Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.


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Wer andere besiegen will, muss erst sich selbst besiegen. Wer andere beurteilen will, muss erst sich selbst beurteilen. Wer andere erkennen will, muss erst sich selbst erkennen.


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Der Begriff Phantasie hatte damals, zu Zeiten Goethes, Novalis, Grimms, eine andere Aussagekraft als heute. Phantasie bedeutete die eingeborene Kraft des Wiederfindens urbildlicher Strukturen in allem Geschaffenen und Werdenden.


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Das Leben des Berufenen ist Wirken des Himmels, sein Sterben Wandel der körperlichen Form. In seiner Stille ist er eins mit dem Wesen der Nacht, in seinen Regungen ist er eins mit den Wogen des Tages. Er sucht nicht dem Glück zuvorzukommen noch dem Unglück zu begegnen, er entspricht nur den Anregungen, die auf ihn wirken. Er bewegt sich nur gezwungen und erhebt sich nur, wenn er nicht anders kann, er tut ab Vorsätze und Erinnerungen und folgt allein des Himmels Richtlinien. Sein Leben ist wie Schwimmen, sein Sterben wie Ausruhen. Er macht sich keine Sorgen und schmiedet keine Pläne.


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Nur ein ganz Törichter kann die Ansicht haben, im unendlichen Raum, auf den zahllosen Riesenwelten, gebe es nichts anderes als das Licht, das wir auf ihnen wahrnehmen. Es ist geradezu albern, anzunehmen, es gebe keine anderen Lebewesen, keine anderen Denkvermögen, keine anderen Sinne als die uns bekannten.


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Die medizinische Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten so ungeheure Fortschritte gemacht, dass es praktisch keinen gesunden Menschen mehr gibt.


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Derselbe anerzogene Geisteshochmut, der die meisten Menschen unfähig macht, das geistige Tierleben zu erkennen, blendet die meisten Erzieher gegen die Regungen göttlichen Geistes in den Kindern.


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Der Lehrer, der im Schatten des Tempels umherwandelt, gibt nicht von seiner eigenen Weisheit, sondern eher von seinem Glauben und seiner Liebe. Ist er wahrhaft ein Weiser, so fordert er euch nicht auf, in das Haus seiner Weisheit einzutreten, eher geleitet er euch an die Schwelle eures eigenen Geistes .. Denn die Einsicht eines Menschen verleiht ihre Flügel keinem anderen. Und wie jeder von euch allein in Gottes Wissen steht, so muss jeder von euch allein in seinem Wissen von Gott und seinem Verständnis der Erde sein.


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Im Bewusstsein des Leides, das durch das Festhalten an Ansichten entsteht, bin ich entschlossen, mich nicht an meine gegenwärtigen Ansichten zu binden. Ich will das Nicht-Anhaften an Ansichten üben, um für die Erfahrungen und Erkenntnisse anderer offen zu sein. Ich bin mir bewusst, dass mein derzeitiges subjektives Wissen keine unveränderliche, absolute Wahrheit ist. Da sich Wahrheit nur im Leben selbst findet, will ich in jedem Augenblick das Leben in mir und um mich herum achtsam wahrnehmen und bereit sein, ein Leben lang zu lernen.


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Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie noch weniger wissen, in Menschen, von denen sie nichts wissen.


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Da aber sah ich, dass den meisten die Wissenschaft nur etwas ist, insofern sie davon leben, und dass sie sogar den Irrtum vergöttern, wenn sie davon ihre Existenz haben.


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Es gibt die Wirklichkeit und an der ist nichts zu rütteln, Wahrheiten aber, in Worte gefasste Meinungen über das Wirkliche gibt es unzählig viele, die allesamt richtig wie falsch sind.


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In der Freiheit ist zwar das Verderben groß, das völlige Verderben möglich. Ohne Freiheit aber ist das Verderben gewiss.


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Es ist sinnlos, für freie Meinungsäußerung einzutreten, wenn man nur erlauben will, womit man selbst einverstanden ist.


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Man kann im Hirn des Menschen über Indoktrination und dauernde Belehrung Strukturen aufbauen, die diese Menschen gegen ihre Eigeninteressen und gegen die Interessen ihrer Gemeinschaft handeln lassen.


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Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.


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Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.


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Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.


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Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten noch vor dem Kaiser kriechen.


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Vollendete Tapferkeit besteht darin, ohne Zeugen zu tun, was man vor aller Welt tun möchte.


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Wenige sind im Stande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die meisten sind sogar unfähig zu solchen zu gelangen.


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Doch in wem einmal die ursachlose Freude eingezogen ist, der hat hinfort das ewige Leben. Denn er ist vereint mit dem "ICH", das den Tod nicht kennt .. der ist immerdar Freude. Aber die Freude will gelernt sein .. sie will ersehnt sein, aber was die Menschen ersehnen, ist nicht die Freude, sondern .. der Anlass zur Freude. Nach ihm gieren sie und nicht nach der Freude.


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Ihr macht eure eigene Realität. Es gibt keine andere Regel. Dies zu wissen, ist das Geheimnis des Schöpferischen.


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Alles Stoffliche ist Ausdruck der Manipulation und Transformation psychischer Energie.


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Eure Umwelt ist nicht allein die euch vertraute, euch umgebende Welt. Eure wirkliche Umwelt besteht aus euren Gedanken und Gefühlen, denn aus diesen formt ihr nicht allein diese Realität, sondern jede Realität, an der ihr teilhabt. Eure wirkliche Umwelt weiß nichts von Raum und Zeit. In eurer wirklichen Umwelt werden keine Worte benötigt, denn alle Kommunikation ist unmittelbar. In eurer wirklichen Umwelt schafft ihr die euch bekannte physische Welt.


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Verzaget nicht, wenn viele um Euch herum die Zeichen der Zeit nicht sehen und in Äußerlichkeiten aufgehen, sondern wisset, wenn nur wenige das tun, was getan werden muss, ein Segen für die Welt daraus entstehen wird.


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Alles was ihr denkt und glaubt, wird auf die eine oder andere Art im Körperlich-Materiellen seinen Niederschlag finden. Eure materielle Welt ist das Endergebnis innerer Aktivität.


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Auch im Praktischen ist Originalität unerlässlich; sonst passt, was man tut, nicht zu dem, was man ist.


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Wer Gott zum Ziele hat, darf in der Welt leben, aber die Welt nicht in ihm.


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Großes geht verloren, wenn man sich um Kleinigkeiten zankt.


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